The Black Maria – A Shared History Of Tragedy
Label: Victory / Soulfood
VÖ: 15.9.2006
Tracks: 11
Format: CD
Links: http://www.theblackmaria.com,
http://www.victoryrecords.com
Schublade: Emo / Emocore / Postcore
Nach dem durchaus erfolgreichen Debüt
„Lead Us To Reason“ liefern The Black Maria
mit „A Shared History Of Tragedy“ ihr
zweites Album ab. Ob die Band, die sich nach
dem berühmten Polizei-Van des frühen
20. Jahrhunderts benannt hat, dabei einen Un-
fall vermeiden kann ist fraglich.
Eigentlich verrät der erste Blick
auf die Hülle schon einiges: düster gezeichnetes Cover
auf dem ein Adler prangt. Wäre da
nicht eine Taube stilechter gewesen? Wie dem auch
sei, man gibt sich durchaus Mühe
partout in eine Schublade zu passen. Der erste Song
„The Perilous Curse“ unterstützt
das Ganze noch mehr – allerdings durchaus eindrucks-
voll. Der Opener zählt auf jeden
Fall zu den Highlights des Albums. Melodisch-druckvoll
mit dezent dosierten Screamparts, so lässt
sich der Song in Kurzform beschreiben. Da-
rauf folgt die Single „Waking Up With
Wolves“. Hier gibt es gar nichts zu meckern; ein
absolutes Ohrwurmprodukt.
Der Anfang verspricht also durchaus viel,
nur leider nicht mehr. Ab dem dritten Track
nimmt das Album eine erschreckende Trendwende
nach unten. Zwar können Songs wie
„Nothing Comes Easy But You“, „The Concubine“
(hier sind sogar die Lyrics sehr ge-
lungen) oder „Fool’s Gold“ musikalisch
durchaus überzeugen - ohne dabei zu brillieren -,
das Songwriting macht den eigentlich guten
Eindruck jedoch leider schnell zunichte.
Kostprobe gefällig? „I will always
miss you / You will always have a place in my heart“,
„It’s over / Expect the scars that last
forever“ usw. Das klingt leider alles stereotypisch,
doch das Negativhighlight steht noch bevor:
Auf ein und dem selben Album zwei Songs
mit fast dem gleichen Vers zu veröffentlichen
zeugt von wenig Kreativität und ist fast
schon eine Frechheit („Close your eyes,
and pretend I’m by your side“ vs. „Close your
eyes, and pretend that it’s still all
right“). Die letzten beiden Songs kommen dann in ei-
nem ruhigeren Gewand daher; das Piano
wird zum bestimmenden Stilmittel. Ein letztes
Aufbäumen aller Instrumente und dann
ist Feierabend.
Fazit:
Der beste Song des Albums ist die Singleauskoppelung
„Waking Up With Wolves“, was
natürlich ein geschickter Schachzug
ist. Doch „A Shared History Of Tragedy“ hält nicht,
was die Single verspricht. Musikalisch
gibt es durchaus gute und auch abwechslungs-
reiche Tracks, die sich jedoch im musikalischen
Niemandsland des Genres bewegen.
Textlich gesehen ist das Album jedoch
ziemlich platt und ruft stellenweise peinliche Be-
rührung hervor. Ob es in dem Zusammenhang
gut oder armselig ist, dass The Black
Maria
trotz alledem durchaus glaubwürdig rüber kommen, entscheidet
am besten jeder
selbst.
Alex
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