Biderben - Out of the Lies
Label: Black Lotus Records
VÖ: 20.02.2006
Tracks: 12
Format: CD
Links: www.biderben.com,
www.black-lotus-recs.com
Schublade: Punk-Rock / Ska / New Metal
Biderben:1999 im beschaulichen Italien
gegründet, 2002 erstes Demo aufgenom-
men, und nun liegt dieses Debütalbum
auf meinem Schreibtisch. Soweit der kur-
ze Abriss der Bandgeschichte. Es steht
ein wilder Mix aus oben genannten Stil-
richtungen an, sie selber beschreiben
ihre Musik einfachheitshalber als "Humour
Core".
Nun, der geneigte Leser wird sich diese
Mischung schwer vorstellen können, doch
es ist einfacher als man denkt, denn die
Lieder kann man größtenteils in eine ein-
zelne Schublade stecken, aber nun zu den
Einzelbesprechungen:
Den Anfang macht "Virtual Insanity", flottes
Bassintro am Anfang, es folgt typischer
Funpunk, der an NOFX erinnert,
und wie die anderen alle heißen... Ein eingängiges
Gitarrenriff, nichts neues, aber solide.
"Lose Your Illusion" schlägt da ganz
andere Töne an, klingt dann doch eher nach
Hardcore, sehr schnell, bisschen Geschrei,
dennoch nicht übertrieben, in knapp 2
Minuten wird einfach draus losgeknüppelt.
Was darf auf so einer Platte nicht fehlen?
Richtig, ein Haschlied! Auf dieser Platte
nennt es sich "Ganja's Party" und ist
wieder punkiger, Gitarrensolo im Mittelteil, wie-
der denkt man an die bekannte FatWreck-Band.
Au ha, nun wird's italienisch mit "Ke
Bello". Und hier kommt dann auch erstmals
die Trompete zum Einsatz, schneller Ska-Core
im Stile von Streetlight Manifesto.
Die Strophen kommen in dem gesprochenen
italienisch sehr schön rüber, im Re-
frain dann aggressiv, bisher das Highlight
der Platte.
Ein klein wenig New Metal-Einfluss lässt
sich bei "Nospheratu's Death" hören, aber
glücklicherweise macht dies nur einen
kleinen Teil des Albums aus. Übrigens wie-
der mit italienischem Text. Ein sehr eingängiger
Refrain mit schöner Melodie.
"MaMaroot" folgt auf dem Fuße, und
damit präsentiert sich ein sehr schneller Ska-
tepunksong...mehr gibt's dazu eigentlich
nicht zu sagen, nicht so eingängige Melo-
die, aber man kann's sich anhören.
Märchenhaft ist der Titel des nächsten
Stücks: "Cinderella". Sehr geruhsam, quasi
die bekannte Entspannungspause in der
Mitte eines Albums, zum Schluss geht's
dann noch etwas schneller zur Sache, aber
mehr als ein Füße wackeln ist nicht drin.
"Marmelade Skull" ist dann wieder etwas
New Metal behaftet, nicht nur ein dafür typ-
isches Riff findet sich hier wieder, nein,
auch der Sprechgesang findet sich wieder,
sowie ein geschriener Refrain, zum Schluss
etwas melodischer in Richtung Punk.
Schneller Punk dann bei "Margherita",
der sich eine Minute vor Schluss dann noch
verändert in einen Skasong mit Offbeat
Gitarre und Trompete.
"Il Giardino Di Little Lamb" ist ein Titel
den ich zwar nicht übersetzen kann, den man
sich aber trotz allem gut anhören
kann. Hier wird zum ersten mal wirklich einiges
durchgemixt, klingt es zunächst nach
Ska, so kriegt man später New Metal um die
Ohren, ehe es wie am Anfang wieder eine
Trompete zu hören gibt.
Was gehört auf eine Funpunk-Platte
neben dem Haschsong? Richtig, ein Sauflied.
"Last Beer nennt es sich, und der Refrain
lautet "I just want to drink another fucking
beer", viel mehr brauch ich nicht zu sagen
glaube ich, so was kennt man zur Genü-
ge, aber wieder solide.
Die rote Laterne hat dann mit "Poem" ein
Skapunk-Song. Aber kein Skapunk-Song
im eigentlichen Sinne, mehr ein Skastück,
welches in zu Punkrock übergeht.
Fazit:
Für ein Debüt recht solide,
hier weiß man was man hat und was man erwarten darf.
Mir persönlich sind die Ska-Einflüsse
zu gering, die Songs die diese Einflüsse haben
sind jedoch eigentlich durchgehend gut.
Live werde ich mir die wohl nur angucken,
wenn ich weiß das die nen Trompeter
dabeihaben, denn im Line-up ist der Lead Gi-
tarrist zugleich der Trompeter. Der Rest
klingt mir zu wohlbekannt, wäre dement-
sprechend uninteressant. Dennoch sollte
man die Band im Auge behalten, vielleicht
kommt da noch was.
Montan
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