Betontod - Schwarzes Blut
Label: Nix Gut
VÖ: 08.04.06
Format: CD
Tracks: 12
Links: http://www.betontod.de,
http://www.nix-gut.de
Schublade: Deutschpunk
Es ist verdammt lange her, dass ich meine
letzte "richtige" Deutsch-
punk-CD in den Händen hielt. Na klar
habe ich früher tapfer "Schlacht-
rufe BRD" gehört und mir die örtlichen
Deutschpunk Bands angeseh-
en, aber in den letzten Jahre habe ich
mich dann doch deutlich in eine
andere Richtung entwickelt. Zwar kommen
die alten Slime und Rasta
Knast CD's auch heute noch ab und
an zum Einsatz, ansonsten habe
ich allerdings mein Interesse am Genre
verloren. Irgendwann hat man
genug von ständig dem gleichen Geschrammel
mit den gleichen Paro-
len- und Saufsongs.
Mit der neuen Betontod CD lag dann
auf einmal ein aktuelles Werk des
Generes bei mir auch dem Schreibtisch
und ich wurde gezwungen ein-
mal zu schauen, wie Deutschpunk anno 2006
klingen kann.
Betontod gehören zu den bekannteren
Bands des Generes und ver-
öffentlichen mit "Schwarzs Blut"
nach 5 Jahren ihr drittes Studioalbum.
Die ersten 2000 Stück gehen in einem
schicken, limitierten Digipack
über den Thresen.
Und ich muss sagen: Die Platte überrascht
mich. Gleich der erste
Song "Generation X" spricht zwar ein deutliche
Sprache, jedoch nicht
in Form von stumpfen Parolen, und auch
von Geschrammel kann kei-
ne Rede sein: Die Leadgitarre spielt sehr
rockig-metalige Soli, die Pro-
duktion ist sehr sauber.
Etwas gewöhnungsbedürfig ist
der Gesang von Meister, erinnert mich
stellenweise an die schrecklichen, ungeliebten
und glücklicherweise
aufgelösten Böhsen Onkelz.
Betontod spielen einen sehr melodischen
Deutschpunk, der im großen und ganzen
überzeugen kann. Textlich
setzen sie statt Parolen auf Textzeilen
wie "Kinder des Zorns heben
die Hand, ballen sie zur Faust und gebrauchen
den Verstand" oder
"Doch du hast nur dieses Leben und noch
immer nichts erlebt. Dass
die Welt sich dreht, daran können
wir nichts ändern. Doch dein Still-
stand hat noch nie etwas verändert".
Mit "Glück auf" fehlt auch ein Saufsong
nicht, mit dem Betontod auch
den ein oder anderen Hosen-Song
in die Tasche stecken. Wer sich
mit Textzeilen wie "Wir müssen aufhören
weniger zutrinken! Wir brau-
chen viel mehr Alkohol! Wenn wir nicht
aufhören weniger zu trinken,
dann werden wir heut' nicht mehr voll!"
anfreunden kann, wird mit die-
sem Song mit Sicherheit auf der nächsten
Party seinen Spaß haben.
Fazit:
Wer gewisse Sympathien zu dem Genre Deutschpunk
hegt kommt
wohl an dieser Scheibe nicht vorbei, aber
auch andere können durch-
aus mal reinhören. Betontod
legen mit "Schwarzes Blut" eine gut pro-
duzierte, melodische und durchaus intelligente
Deutschpunk-Platte
vor. Mit diesem Album wird es sich das
Quintett mit einigen Hardli-
nern in der Deutschpunkfraktion verscherzen,
aber durchaus die
Chance haben noch einige Fans, z.B. aus
dem Umfeld der Toten Ho-
sen, zu erobern.
BB
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