Review: Bayside - The Walking Wounded
   
Bayside - The Walking Wounded

Label: Victory
VÖ: 16.03.07
Format: CD
Tracks: 12
Links: www.baysideisacult.com
            www.victoryrecords.com
Schublade: Rock / Emo 

  



Bayside sind zurück! Aber waren sie überhaupt jemals fort? Andere Bands lösen sich auf oder gönnen
sich lange Pausen wenn ein Bandmitglied verstirbt, Bayside hingegen haben den Tod von Drummer
John Beatz 2005 durch konsequentes weiterarbeiten verarbeitet. Auf der "Never Sleept Again Tour"
verstarb Beatz bei einem Vanunfall, der Rest der Band setzte die Tour mit einem Akustikset fort und
veröffentlichte anschließend eine CD-/DVD-Package mit Studioversionen der Akustiksongs und einem
Konzertmitschnitt. Obwohl ich nie ein großer Fan der ersten Bayside Alben war fand ich dieses
Package äußerst beeindruckend, auch wenn ich mich gefragt habe, ob man mit solch einer Geschich-
te wirklich Geld verdienen sollte... Gespannt war ich damals auch, wie schnell es ein neues reguläres
Studioalbum geben würde. Ein gutes Jahr später ist mit Chris Guglielmo ein neuer Drummer am Start
und ein neues Album bereit in die Ladenregale gestellt zu werden. In meinem Hinterkopf macht sich 
wieder die Frage breit "Wollten Bayside wirklich so schnell weitermachen oder sind sie einfach nur ein
Opfer der momentanen Situation der Musikindustrie, in der Bands in ihrer Größe, in ihren Genre ganz
schnell weg sind, wenn sie nicht jedes Jahr ein neues Album raushauen?". Diese Frage interessiert den
gemeinen Konsumenten wohl nur am Rande, darum widmen wir uns nun lieber dem was "The Walking
Wounded" zu bieten hat.

Den Anfang macht gleich der Titeltrack: "The Walking Wounded" bietet direkt zu Beginn einen unge-
wohnten Part mit Akkordeon, der direkt zeigt, dass Bayside nicht an Genregrenzen halt machen.
Vom
Songwriting her ist ein Reifungsprozess zu beobachten: Das Album geht, wie schon der erste Song an-
kündigt, über Emorock hinaus. Bayside liefern mit "The Walking Wounded" ein düsteres, komplexes,
gefühlsbeladenes Rockalbum, an dem Fans von Bands wie The Smiths oder den Smoking Popes,
aber auch von Alkaline Trio, ihre Freude haben könnten.

Das Album wird vor allem durch die Stimme von Sänger Anthony Raneri geprägt und getragen, dem
es mit seiner klaren Stimme immer wieder gelingt, eine düstere Stimmung zu erzeugen und mit einem
leichten Kratzen die passenden Akzente zu setzen. Mich hat dieser Gesang auf den regulären Studio-
alben nie wirklich vom Hocker gerissen, viel besser gefielen mir die etwas rauheren Akustikaufnahmen,
doch Baysidefans werden wissen was sie an dieser Stimme haben und das bekommen sie auch auf
diesem Album in gewohnter Qualität geboten.

Fazit:
Bayside machen konsequent dort weiter wo sie aufgehört haben: kein Stillstand, keine großen
Sprünge! Fans dürften sich dementsprechend gut mit dem Album anfreunden können. Ich bin gespannt,
ob den Jungs mit diesem Album noch ein Sprung nach vorne gelingen wird, denn in der Alternative
Press
wurde die Band 2006 zur am meisten unterbewerteten Band gewählt. Das Album klingt frisch und
doch alles andere als unbeschwert, für mich das beste reguläre Studioalbum der Band, auch wenn ich
den großen Hit noch nicht gefunden hab. Akustisch gefallen mir Bayside jedoch immer noch besser...

BB

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