Review: Bayside - Acoustic

Bayside - Acoustic

Label: Victory
VÖ: 24.03.06
Tracks: 10
Format: CD (+DVD)
Links: www.baysiderocks.com, www.victoryrecords.com
Schublade: Akustik / Emo

Gerade im letzten September erschien das selbstbetitelte Album von
Bayside, anschließend ging es für die Band auf die große "Never Sleep
Again"-Tour mit den Labelmates Silverstein, Hawthorne Heights und Ai-
den. Auf dem Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere erwischte die Band
auch der wahrscheinlich größte Schicksalsschlag ihrer Karriere: Bei ei-
nem Autounfall starb Drummer John Beatz. Bayside haben versucht
diesen Schock zu verarbeiten, indem sie die laufende Tour umplugged
als Trio fortsetzten, wobei nur die beiden Gitarristen und Sänger aufge-
treten sind. Eine unglaubliche Geschichte, die ihnen natürlich Respekt
auch über Fankreise hinaus einbrachte. Mit "Acoustic" bringen Bayside
nun ein Album auf den Markt, dass auf der CD größtenteils Studioauf-
nahmen der Akustiksongs enthält, auf der DVD gibt es das Abschluss-
konzert der "Never Sleep Again"-Tour sowie weiteres Videomaterial
aus dem Studio und über John Beatz.

Die CD beginnt mit dem Song "Winter". Die Nummer wurde nicht auf
der Tour gespielt, entstand aber im weiteren Verlauf der Tour und ist
natürlich ein Song an den verstorbenen Drummer. Ein langsamer,
schwerer Song. Gänsehaut.
Weiter geht es mit "Blame It On Bad Luck" und "They Looked Like
Strong Hands" die man vom selbstbetitelten Album der Band kennt.
Die Songs sind ebenfalls sehr langsam gehalten und die Stimme von
Sänger Anthony Raneri haut mich hier einfach vom Hocker: Verzweif-
lung, Schmerz und trotzdem viel Kraft liegenin ihr, sie passt einfach
zur akustischen Untermalung.
Mit "Masterpiece" folgt ein Song vom "Sirens and Condolences"-Album.
Die Gitarren sind hier etwas schneller, trotzdem verliert der Song kaum
an Tiefgang.
Es folgt "Megan", ein Song der von Josh Caterer von den Smoking Po-
pes geschrieben wurde. Caterer steuerte ebenfalls Vocals zu dem Song
bei und ich kann auch hier nur sagen: wirklich sehr beeindruckend! Der
Song hat Atmosphäre.
Mit "Montauk" folgt ein weiterer Song vom selbstbetitelten Album. Die
miminmale Instrumentation macht die Akustikversion dieses Songs
groß.
Den Abschluss der im Studio eingespielten Akustiksongs macht "De-
votion and Desire". Wieder ein etwas schnellerer Song, mit einem schö-
nen Spannungsaufbau.
Es folgen drei Bonus-Tracks: Mit "Baby Britain" gibt es eine coole Cover-
version des Songs von Elliot Smith, der genau wie "Paternal Reversal"
ein Outtake aus den Aufnahmen zum letzten Album "Bayside" ist, also
nicht akustisch. Abschließend gibt es noch eine ruhige, akustische Live-
Aufnahme von "Don't Call Me Peanut".

Die DVD zeigt wie schon erwähnt das Abschluss-Konzert der "Never
Sleep Again"-Tour. Es ist schon beeindruckend Anthony Raneri und
Jack O Shea auf der Bühne zu sehen, wenn man weiss was kurz zu-
vor passiert ist. Am Bühnenrand sieht man immer wieder die Mitglieder
der anderen Tourbands, nach dem letzten Song gibt's auf der Bühne ei-
ne große Umarmung. Von der Playlist her überschneiden sich die sie-
ben Songs auf der DVD natürlich mit den im Studio eingespielten Songs
auf der CD.

Fazit:
Ein beeindruckendes Dokument. Man kann zwar darüber diskutieren, ob
man aus einer solchen Geschichte eine CD und folglich Geld machen
muss oder nicht, aber trotzdem ein Gänsehautwerk wenn man die Ge-
schichte der Platte kennt. Und auch selbst wenn man sie nicht kennt
muss man sagen: Bayside klingen unplugged echt gut. Die minimale
Instrumentation und die wundervolle Stimme von Anthony Raneri dürf-
ten sowohl in den Studio- (CD) als auch in den Live- (DVD) Aufnahmen
dem geneigten Hörer von (oftmals schweren) Emo-Pop-Songs gefallen.

BB

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