Review: Baraka - Baraka

Baraka – Baraka

Label: Eigenproduktion
VÖ: 2003
Tracks: 14
Spielzeit: 40 min
Format: CD
Links: http://www.barakistas.com

Ein bischen unscheinbar kommt sie ja schon da her, die selbstbetitelte CD von Baraka
aus Göttingen: Das Layout ist von Bildern des Schlagzeugers Philipp geprägt und würde
im Plattenladen wahrscheinlich nicht sofort ins Auge springen, aber darauf kommt es ja
auch nicht an.
Auf der Platte gibt es emotionsgeladenen Punkrock der gefällt! Man könnte schon fast
von der Göttinger Schule sprechen, denn während, die mittlerweile in Berlin lebenden,
ZSK modernen Skatepunk mit politischen Themen verbinden, so verbinden Baraka
einen einen anderen modernen Sound, der Einflüsse von Hot Water Music und Leather-
face nicht abstreiten kann, mit politischen Themen.
Ein schönes, langsames Intro mit Samples eröffnet den ersten Song „No common culture“
der sich auch gleich als einer der Renner des Albums entpuppt. Melodiöser, aber treiben-
der Punkrock der zum mitsingen einlädt. Der Refrain sagt alles: „We need no god, no state,
no nation – there is no predominance of blood – fuck your rules of common culture“.
Ein weiteres Highlight ist der dritte Song „Propaghanda“. Wer auf kratzende Stimmmen á la
Motörhead Lemmy steht wird begeistert sein. Jedoch wurde auch hier auf musikaischer Ebene
nicht an Melodie gespart.
Der Song „Today will be the last“ ist inhaltliche persönlich und schwinkt zwischen Verzwei-
flung und Hoffnung. Ähnlich wie auch „Dark Waters“. Ein Atmosphäre schaffendes Intro,
dann ein sehr cooler Übergang zum eigentlichen Song in dem besonders der Gesang in den
Strophen begeistern kann.
Abwechlunsgreich wird's mit „Fetish of work“. Intro mit Akkustikklampfe auf Spanisch, dann
wieder gewohnt Punkrock der textlich das Thema Lohnarbeit aufgreift.
Den Abschluss macht der französische Song „le Chanson“.

Fazit:
Ein sehr gutes erstes Album. Alles in allem mangelt es vielleicht ein bischen an Abwechslung
und Vielseitigkeit, jedoch schaffen Barka es immer wieder eine gewisse Untrennbarkeit von
privaten und poltischen Themen aufzugreifen. Die Melodien und der Gesang schaffen meist
eine leicht melancholische Grundstimmung in den Strophen, die mir sehr gut gefällt. Die Refrains
sorgen dann dafür, dass die Band keine Trauergemeinschaft ist. Hoffnung, Zorn, Verzweiflung
und Aufbruch, das alles findet sich in den Songs von Baraka wieder. Eine starke Eigenproduktion!

BB