Review: Banda Bassotti - Amore E Odio

Label: Destiny
VÖ: 24.01.05
Tracks: 13
Spielzeit:
Format: CD
Links: http://www.bandabassotti.org, http://www.destiny-tourbooking.com

Mit Banda Bassotti erreicht uns politischer Ska-Punk in einem richtig
fetten Line-Up: Die 13 (!) Musiker sind Italiens bekannteste Band in
dieser Sparte und füllen in ihrer Heimat große Hallen, und auch hier
werden sie immer bekannter, bereits seit drei Jahren füllen sie das
SO 36 in Berlin/Kreuzberg. Mit ihrer neuen Platte "Amore E Odio", zu
deutsch "Liebe und Hass", veröffentlichen sie bereits ihr siebtes Al-
bum, erstmals erscheint eine deutsche Version  auf dem Terrorgruppe-
Label Destiny Records.

Der Song "Juri Gagarin" eröffnet die Platte und erinnert direkt an die
Voodoo Glow Skulls. Bester Punkrock mit gutem Bläser-Einsatz, fet-
ter Sound und auch wenn man den Text nicht versteht singt man ein-
fach mit. Wer sich für der Inhalt der politischen Songs interessiert be-
kommt im Booklet sowohl eine englische, als auch ein spanische Über-
setzung der ausschließlich italienischen Songs.
Der Titelsong "Amore E Odie" schließt im Grunde genommen musika-
lisch an seinen Vorgänger an, ist jedoch etwas langsamer.
"Partiro' Per Bologna" beginnt wie ein ekliger 80er Jahre Rockson,
entwickelt sich dann aber auch hin zu einem ganz netten, mitsingkom-
patiblen Punkrocksong.
Einflüsse an italienischen Folk- und Arbeiterliedern weißt der Song "Scel-
go" auf und man höre und staune: es gibt erstmal Off Beat.
Mit "La Pantera" folgt der erste wirkliche Ska-Song: Ein langsames In-
tro mit gut arrangierten Bläsern, dann wird das Tempo gut angekurbelt.
Der Song verbindet traditionallen und modernen Ska.
Wirklich tanzbar sind auch "La Banda Del Cavo" und "Quasta Terra Nel-
le Mani": Langsamer Ska, wieder hervorragende Bläser.
Punkrock gibt es dann wieder mit "Festa Si Lucha Tambien": Ein ech-
ter Hit. Das große Line-Up der Band sorgt für einen wirklich starken
Sound.
"Ci Sei?" ist im Grunde genommen die Rock-Balladen-Hymne der Plat-
te. Erinnert mich irgendwie an einen rockigen Eros Ramazotti... großes
Schnulz-Gitarrensolo.
Mit "La Mano Del Morto" folgt einer der Hits Albums: Recht simpler Ska,
wieder mit starken Bläsern und richig starkem Gesang.
Rockiger wird es wieder mit "Damigella Della Notte": der Song ist stellen-
weise recht expirimentell, beinhaltet aber wieder hervorragende Bläser
und Off Beat Parts.
Mein absoluter Lieblingssong der Platte folgt kurz vor Schluss: "Il Paese
Die Balocchi" ist ein simpler Punksong mit clever undabwechslungsreich
arrangierten Bläsern und tollem Gesang. Ein Hit!
Sagte ich am Anfang, dass die Jungs nur auf italienisch singen? Zum Ab-
schluss gibt es mit "La Classe Ouvriere" revolutionäre französische Ar-
beiter-Hymne. Umgesetzt wird der Song mit einer minimalistischen musi-
kalischen Untermalung, im Vordergrund steht der Sprechgesang.

Fazit:
Die Fußballmannschaft plus Auswechselspieler kann beides: Punkrock
und Ska! Das riesige Line-Up der Band sorgt für einen richtig fetten
Sound, da können sich einige Kollegen aus den Staaten mal eine dicke
Scheibe von abschneiden! Eine enorme Stärke der Band ist auf jeden
Fall die Bläser-Fraktion, denn die hat es einfach nur in sich, das passt
immer 100%! Eine wirklich gute Scheibe, wenn auch nicht für Fans der
Highspeed-Nummern, da kann man sich wirklich freuen, dass die Jungs
noch bis zum 13.12. auf Deutschen Bühnen stehen. Ich denke von so
einem Line-Up kann man auch live eine richtige Sound-Wand erwarten,
bleibt nur zu hoffen, dass auch in allen Clubs alle Bandmitglieder auf die
Bühne passen: Es wird eng!
Ich denke, dass man von den Jungs zukünftig noch einiges hören wird!

BB