Avoid One Thing - Chopstick Bridge
Label: Sideonedummy
VÖ: 04.05.04
Tracks: 14
Spielzeit: 39:10 min
Format: CD
Links: http://www.avoidonething.com,
http://www.sideonedummy.de
Wenn Joe Gittleman, Gründungsmitglied
von Gang Green und den
Mighty Mighty Bosstones,
sagt "Es ist der Inhalt meines Lebens",
dann meint er weder eine der beiden genannten
Bands, noch sei-
ne Familie oder sonst irgendwas, er spricht
dann von seiner neuen
Band Avoid One Thing. Die bringen
nach ihrem Debut-Album aus
dem Jahr 2002 mit "Chopstick Bridge" bereits
ihr zweites Album
raus, dennoch scheint dieses Mal alles
anders zu sein. Hatte Gittle-
man das selbstbetitelte Erstlingswerk
noch ganz alleine geschrie-
ben und eingespielt, so ist die neue Platte
wirklich eine Bandplatte,
an der das ganze Trio mitgearbeitet hat.
Songbesprechungen:
Das Intro zu "Armbands and Braids" zeigt
direkt, wohin die Platte
will: Melodischer Poppunk, Gefühl
vor Geschwindigkeit. Der erste
Song ist gleich ein Hit, Gittlemans Gesang
und das Songwriting
können überzeugen.
Zum Titelsong "Chopstick Brdige" darf
dann auch gern mal gehüpft
werden, aber nur stellenweise, in den
Strophen ist wieder Gefühl ge-
fragt.
Bei "All that you've Heard" kommt dann
endlich mal Gitarristin Amy
Griffin (Ex-Raging Teens) ans Mikro. Starker
Frauengesang wie
man ihn mag: keine Oper, keine schüchternes
Gesinge, keine Nach-
machung männlichen Gesangs, sondern
einfach nur energiereicher
weiblicher Gesang, wie ihn dieser Song
braucht. Im Refrain ergänzt
sich das wunderbar mit Joe Gittleman.
Mit "A Lot Like This" legt das Trio aus
Boston dann eine Ballade na-
ch. Und was für eine! Keine Streicher
und großes drumherum getö-
se, sondern minimalistischer Instrumentgebrauch.
Der Song lebt von
dem flüsternden Gesang Gittlemans
und den Akzenten, die Griffin an
der Gitarre setzt. Gänsehautgefahr!
Danach klingt der Beginn von
"Judy" schon fast wie ne harte Punknummer,
aber auch dieser Song
ist gefühlvoller Poppunk. Dort schließen
auch "About you", "Street-
light" und "Capital Letters, wieder von
Amy Grffin gesungen, an: Git-
tleman leistet, was tragische Liebesgeschichten
angeht, ganze Ar-
beit.
Bei "Next Stop is the Last" sticht das
Bassriff etwas mehr raus. Git-
tleman und Griffin singen und sprechen
sich wie in Trance durch die
Strophe, bevor dann das Tempo angezogen
und Amy wieder ihre
ganze Stimme auspackt. Zum Ende gibt es
dann ein zweistimmig-
es "Laaaalalalalaaa..."
"Gone and Forgotten" erinnert Stellenweise
von Gesang her an Kurt
Cobain und Nirvana. Zwar
ist der Sound von Avoid one Thing alles
andere als ungeschliffen und rotzig und
darum natürlich überhaupt
nicht mit Nirvana zu vergleichen,
dennoch hält Gittleman einige, we-
nige Töne so, dass ich an Kurt
denken muss.
Bedeutend fröhlicher und rockiger
klingt "Fillmore East", bevor mit
"The Airplane" ein paar Sekunden Country,
vom Amy Griffin gesun-
gen, folgen und "Renegade" einleiten.
Für ein würdiges Ende sorgt
"Watching us Anyway". Mal wieder eine
Ballade die es in sich hat. Einfühlsamer
Gesang von Seitens Gittle-
man und zärtliche gehauchter aus
dem Hause Griffin. Erneute Gänse-
hautgefahr, bis dann wieder ein bischen
an Tempo und Lockerheit
gewonnen wird.
Fazit:
Poppunk der ersten Güte! Wer auf
einfühlsame, poetische Liebes-
und Leidensgeschichten steht und auf highspeed
verzichten kann,
ist genau richtig! Exzellentes Songwriting
und wunderbarer Gesang.
Einfach schön und wunderbar: Gänsehaut
kompatibel!
BB