Review: Atreyu – A Deathgrip On Yesterday

Atreyu – A Deathgrip On Yesterday

Label: Victory Records
VÖ: 24.03.06
Tracks: 9
Format: CD
Links: www.atreyurock.com, www.victoryrecords.com
Schublade: Metalcore/Screamo

Nach 2 Jahren voller Touren und letzten Endes auch Studioaufnahmen,
kommt jetzt der Nachfolger zu “The Curse” in die Läden, und der will da
weitermachen wo die Vorgänger aufgehört haben. Diesmal haben Atreyu
einen neuen Bassisten am Start, der aber schon kurz nach Veröffentlich-
ung des Vorgängeralbums in sein Amt trat. Nun werden wir mal schauen,
ob sich der Trend zu weniger Härte, der sich bei „The Curse“ sanft abge-
zeichnet hat, fortsetzt.
Den Anfang macht „Creature“, und alle Ängste das Atreyu dem Fashion-
core verfallen, sind wie weggeblasen. Es geht hart her, Alex schreit sich
die Seele aus dem Leib, erfährt dabei aber melodische Unterstützung
vom Drummer Brandon, während es am Instrumentalen nichts zu mek-
kern gibt: hämmernde Moshparts und aggressive Riffs bestimmen den
Song.
“Shameful“ wirkt dann doch etwas weicher, das liegt daran, dass das
Geschrei weniger dreckig wirkt, und auch viel mehr Melodie Einfluss fin-
det. Alles in allem würde ich das als Emocore bezeichnen.
Mit flotten Double-Bassdrums und einem eingängigen Metalriff beginnt
„Our Sick Story“, und da ist dann auch wieder der schöne Alex mit sei-
nem schönen Geschrei, während die melodischen Parts hier sehr ein-
gängig und stimmig sind. Gegen Ende hört man noch ein wenig Hard-
core-Anleihen, sowie ein Metal-Soli.
“The Theft“ heißt die Nummer 4, und ist das bisher ruhigste Stück, kein
Geschrei, keine Double-Bassdrums, eine reine Emonummer, normaler-
weise steh ich da ja nicht so drauf, aber das kann man sich gut anhören.
Nun sind wir schon in der Mitte des Albums angelangt. „We Stand Up“
nennt sich der Song, der mit einem sehr guten Gitarrenspiel gesegnet ist
sehr nach Postcore klingt und den bisher schönsten Refrain in Sachen
Gesang hat.
“Ex’s And Oh’s“ ist wieder eine Emocore-Sache. Irgendwie werde ich
das Gefühl nicht los das mich der Gesang an irgendwas erinnert... eine
Mischung aus Billy Talent und Killswitch Engage vielleicht? Aber ich will
nicht übertreiben...
Auf die Fresse gibt’s dann mit „Your Private War“, hier gibt’s Metalcore
wie man ihn kennt und liebt, und das ist auch gut so, dieser Stil kommt
fast zu kurz auf dem Album.
Ein Hammerrriff gibt’s bei „My Fork In The Road“. Dieses geht einem
nicht mehr aus dem Kopf, und bildet den Grundbaustein des Stücks, lei-
der kann ich vom Gesang nichts neues verkünden, keine neuen Nuancen
oder ähnliches, das hat man in den vorherigen 7 Liedern mindestens ein-
mal schon gehört.
Das „Untitled (Finale)“ bildet das, man kann es sich denken, Finale der
Platte. Wieder etwas ruhiger, ist auch das längste Stück mit 5:17 Minu-
ten. Ein Potpourri aus allem bisher gehörten. Wenn man die Platte ken-
nenlernen will eignet sich dieses Stück am besten, es zeigt alle Facetten
die hier aufgezeigt werden.

Fazit:
Eine sehr solide Platte, die mich bis auf 1-2 Ausnahmen überzeugen kann.
Jeder Metalcore- oder Emo-Fan sollte mal reingehört haben. Trotz allem
denke ich das Atreyu mit diesem Album wieder ein paar Fans verlieren wer-
den, denn wer sie mit „The Curse", oder sogar mit „Suicide Notes and But-
terflies Kisses“ kennen und schätzen gelernt hat, der wird nicht unbedingt
gefallen an diesem Album finden.

Montan

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