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Anti-Flag - A Benefit For Victims Of Violent Crime Label: A-F Records |
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Im letzten Winter wurde die Schwester von Anti-Flag Bassist Chris #2 umgebracht und hin-
terließ zwei Kinder und ihren Freund. Aus diesem Anlass legen Anti-Flag nun die limitierte
"A Benefit For Victims Of Violent Crime"-EP vor, deren Erlös an das "Center For Victims
of Violence And Crime" und verschiedene pädagogische Fonds geht. Ganz nach dem Kon-
zept des 2002er Albums "Mobilize" werden hier zur Hälfte neue Songs, zur anderen Hälfte
Live-Tracks geboten, dazu kommen zwei Interludes.
Das eröffnende "No Paradise" reißt mich erstmal nicht direkt vom Hocker: Zwar ist der Song
eigentlich eine typische Anti-Flag-Melodic-Punk-Nummer, andererseits fehlt dem Song aber
einfach Arschtritt und die Gitarren langweilen auch eher. Es folgt das erste Interlude "Oh, Ka-
trina" bevor mit "No Future" ein Song folgt, der nicht nur vom Titel her dem ersten Track der
Platte ähnelt. Allerdings kann "No Future" schon eher überzeugen: Mehr Tempo, mitreißen-
der und auch textlich können Zeilen wie "I know, you can't change the future unless you change
yourself / It's what you buy not what they sell" überzeugen. "Anthem For The New Millennium
Generation" schließt klingt ebenfalls wie Anti-Flag in der Vor-Major-Zeit, bevor man mit "Cor-
porate Rock Still Sucks" sehr auf Bass und noch mehr Eingängigkeit setzt, der etwas rauhe
Sound bleibt jedoch auch hier erhalten. Nach dem Interlude "John Ashcroft Was A Nazi"
kommt noch "Marc Defiant", ein schneller, simpler Song über den The Code Frontman folgt.
Es folgen die ganz gelungenen Live-Tracks "No Borders No Nations", "1 Trillion Dollars",
"Turncoat", "The Project For A New American Century" und "911 for Peace".
Fazit:
Betrachtet man die Studiosongs, so kann man sagen, dass hier anscheinend Tracks verwur-
stet wurden, die es nicht auf einer der letzten Scheiben geschafft haben. Mit "Marc Defiant"
gibt es außerdem eine kleine Hommage an einen Freund, sowas ist auf EPs sympathisch.
Das ganze wird mit Live-Tracks aufgestockt, so dass für eine EP eine sehr gute Spielzeit
erreicht wird. Bei 12 Tracks würden andere Bands schon lange von einem Album sprechen
und sich dieses auch entsprechend bezahlen lassen. Insgesamt gibt es also eher Quantität
statt Qualität, allerdings zu einem guten Preis und für einen guten Zweck. Wer sich ein biß-
chen in die Vor-Major-Zeit zurückversetzen will kann beruhigt zugreifen, wer auf neue Hits
wartet sollte auf das im Frühling erscheinende neue Album warten.
BB
Hier noch ein Live-Video zu "911 For Peace":
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