Review: Anti-Flag - For Blood And Empire

Anti-Flag - For Blood And Empire

Label: Red Ink / Sony
VÖ: 17.03.06
Tracks: 13
Format: CD
Links: www.anti-flag.com, www.forbloodandempire.com,
          www.militaryfreezone.org, www.ungergroundactionalliance.com
Schublade: Punk

Eine weitere meiner absoluten Lieblingsbands hat ihren Weg zu einem Majorlabel
gefunden. Wie immer in diesem Fall, entstand natürlich auch (oder gerade bei)
Anti-Flag eine intensive Diskussion in Fankreisen zu diesem Thema. Dement-
sprechend war auch ich umso gespannter: Wie haben sich Anti-Flag musikalisch
im Vergleich zur fantastischen "The Terror State" weiterentwickelt? Haben die Tex-
te an Deutlichkeit verloren?

"I'd like to tell you" ist gleich balsam für die Fanseele: Musikalisch erinnert es mich
anfangs ein bischen an "Tearing Everyone Down", thematisch geht es um die In-
vasionen in Afghanistan und im Irak. Der Song kann überzeugen und macht Lust
auf mehr...
Für Abwechslung und die angekündigten "neuen Sounds" sorgt "The Press Corpse".
Den Song dürften einige von euch schon live gehört haben. Musikalisch ein bißchen
was anderes, thematisch geht es um das wichtige Thema Medien.
In "Exodus" gibt es dann mal wieder einen Verweis auf einen nicht ganz unbekann-
ten Autor: "First they came for the communists and I did not speak out. Then they
came for the socialists and I did not speak out. Next they came...". Der Song ist im
Mid-Tempo-Bereich angesiedelt und besonders im Refrain mitsingkompatibel.
"Project For A New American Century" ist musikalisch wieder im traditionellen Anti-
Flag Bereich angesiedelt: Melodischer Punkrock der zum  Fäusterecken einlädt.
Sehr gut gefällt mir "Hymn For The Dead". Der Song hat einen überzeugenden
"Beat", wir quasi automatisch mitgesungen und auch der kurze Trompetenpart
kann überzeugen.
"This Is The End (For You My Friend)" dürften einige ebenfalls von der Tour kennen.
Der Song verzichtet auf Tempo, lädt ein wenig zum Hüpfen ein und animiert durch
seinen hymnischen Refrain zum energischen Mitsingen.
Leute die auf Justins Soloalbum stehen dürften sich mit "1 Trillion Dollars" anfreund-
en. Der Song setzt auf eine Akkustikgitarre und gefällt mir definitiv gut, sowas kam
auf den bisherigen Anti-Flag Alben zu kurz.
"State Funeral" könnte man zum Nachfolger von "Death Of A Nation" erklären. Der
Song macht ordentlich Tempo und Druck, #2s Gesang passt ausgezeichnet.
Bei "Confessions Of An Economic Hit Man" tauchen musikalisch Parallelen zum
"911 For Peace" auf, ohne das der Song nachgemacht wirkt. Thematisch geht es
um die Ermordung unbequemer Staatschefs durch die CIA.
"War sucks, let's Party!" gefällt mir vom Titel her erstmal nicht so gut, kann aber
musikalisch einiges rausreissen: Abwechslungsreich, druckvoll und Singalongcha-
rakter!
Mit dem Thema Globalisierung und Freihandel beschäftigt sich, wie der Titel schon
sagt, "The W.T.O. Kills Farmers". So kennt man Anti-Flag, so mag man Anti-Flag.
Auch "Cities Burn" sticht musikalisch im Vergleich zu den bisherigen Alben ein we-
nig heraus, jedoch ebenfalls positiv.
Mit einigen Samples aus einem Gespräch zwischen Justin und US Representative
Jim McDermott wartet das abschließende "Depleted Uranium Is A War Crime" auf
und wirkt alles in allem etwas experimenteller.

Fazit:
Ich musste mich zugegebener Maßen etwas in dieses Album reinhören und kann
auch nicht sagen, dass die Platte "The Terror State" toppt... aber mittlweile gefällt
sie mir doch richtig gut! Anti-Flag haben nichts an inhaltlicher Eindeutigkeit verloren
und schaffen es auf der einen Seite sich musikalisch weiterzuentwickeln, auf der
anderen Seite aber auch die Songs für alte Fans zu liefern. Man geht ja manchmal
etwas kritisch an die neuen Platten seiner Lieblinge und es braucht ein paar Durch-
gänge bis eine Platte dann zündet, so war es bei mir und diesem Album auch, die
Scheibe gefällt mir aber von Durchgang zu Druchgang besser. Im Gesamtbild hätte
ich mir etwas mehr Tempo gewünscht, muss aber alles in allem sagen, dass Anti-
Flag es nicht verlernt haben melodische Punkrock Songs zum Mitsingen und Fäu-
ste-in-die-Höhe-reissen zu schreiben. Gute Sache!

BB

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