Label: Fatwreck
VÖ: 02.10.07
Format: CD / LP Tracks: 12 Spielzeit: 34:55 min.
Links: http://www.americansteel.org
Schublade: Punk / Folk
Wer in den letzten Jahren wenig bis garnichts von American Steel gehört
hat, der braucht sich nicht zu wundern, das letzte Studioalbum liegt mittler-
weile sechs Jahre zurück, 2002 spielten sie eine Abschiedsshow und lös-
ten sich auf. Anfang 2007 kam dann die Reunion-Idee, es folgte eine Hou-
se show und anschließend das Angebot von Fatwreck ein neues Album he-
rauszubringen.
Wenn man "Destroy Their Future" in den CD-Player legt, denkt man bei
dem eröffnenden "Sons Of Avarice" unvermittelt an die großartigen Against
Me!. Diese Art von Punk-Folk-Mix hat in den letzten Jahren stark an Popula-
rität gewonnen und einem kommt augenblicklich die Frage in den Kopf, ob Fatwreck mit American Steel vielleicht die Lücke schließen möchte, die
Against Me! nach ihrem Wechsel zum Major hinterlassen haben.
Das anschließende "Dead And Gone" lenkt für ein paar Sekunden von die-
sem Eindruck ab, weil es eine bedeutend dunklere Atmosphäre aufbaut, im
weiteren Songverlauf geht es jedoch wieder klar in die bekannte Richtung.
"Mean Streak" schließt sich ebenfalls an, geht jedoch im Refrain ganz
schön poppig ans Werk.
"Love And Logic" ist meiner Meinung nach eines der Highlights des Al-
bums und war mit einer Textzeile auch für die Namensgebung der Platte
verantwortlich. Hier geht es etwas zügiger ans Werk, trotzdem werden die
Folk-Einflüsse beibehalten und laden auch oft genug zum Mitsingen ein.
"Smile On Me" geht hingegen in eine etwas andere Richtung: Nach balla-
deskem Einstieg geht es in Richtung Pop-Punk. Ebenso weicht "Razor-
blades" etwas von bisher eingeschlagenen Pfad ab; man gibt sich etwas
experimenteller und vertrackter. "Old Croy Road" kommt zwar sehr frisch,
aber dennoch nicht ganz überzeugend daher, mit "To The Sea" geht man
endgültig in radiotaugliche Pop-Rockschiene.
"Or, don't you remember?" schließt wieder an diese etwas düstere At-
mosphäre an, bevor "Speak, Oh Heart" ein wenig die Verknüpfung zwi-
schen der ersten Albenhälfte und Songs wie "To The Sea" schlägt. Ein
durchaus überzeugender Akustiksong folgt mit "Hurtlin'". Für das Ende
sorgt "More Like A Dream", eine Rocknummer die im Refrain wahren
Hymnen- aber auch Popcharakter entwickelt.
Fazit: American Steel legen ein Album vor, das in der ersten Hälfte sehr stark
in Richtung Folk-Punk à la Against Me! geht. In der zweiten Albumhälfte
beweißt man dann doch eigenen Stil und entwickelt sich weg vom einge-
schlagenen Pfad, Rock und Pop bekommen ihr Plätzchen im Sound von American Steel. Und damit sind wir auch gleich beim Problem der Plat-
te. Die erste Hälfe klingt bedeutend überzeugender als die zweite, trotz-
dem muss man sagen: Was bei American Steel positiv auffällt, können Against Me! einfach noch besser!