Label: Victory / Soulfood
VÖ: 26.09.05
Tracks: 11
Format: CD
Links: www.aiden.org,
www.victoryrecords.com
Schublade: Punkrock / Post-Hardcore /
Horror Rock / Emocore
Aiden? Den Namen kennt man, aber
die Band? Na klar, viele
haben The Ring gesehen und daher
hat auch das junge Ge-
spann aus Seattle seinen Namen. Der allseits
beliebte Horror-
streifen ist auch ein guter Einstieg um
über die 2003 gegründe-
te Combo zu sprechen. Auf Bandfotos sehen
die Fünf aus wie
eine Emocore-Combo auf Psycho-Horror à
la The Ring: Lan-
ger Ponie, schwarze Haare, schwarze Kleidung,
blasse Ge-
sichter und um die Augen penetrant schwarz
oder pink ge-
schminkt. Und tatsächlich bezeichnen
die Fünf ihren Stil als
"Horror Rock", doch wer hier an die Misfits
denkt liegt fast kom-
plett daneben, auch wenn Aiden
auf düstere Texte setzen gibt
es musikalisch kaum Parallelen zu der
Combo um Jerry Only.
Nach DIY-Engagement und dem altbekannten
"Arsch-Ab-Tou-
ren" konnten die Jungs für "Nightmare
Anatomy" einen Deal bei
Victory Records einheimsen, eine
Tour mit Silverstein lief be-
reits sehr erfolgreich durch England.
Den Start macht "Knife Blood Nightmare"
und die Nummer hat
es gleich ganz gut in sich: Mal melodischer
Punkrock, dann wie-
der geballter Post-Hardcore und ein Priese
Emocore. Ein gelun-
gener Einstieg. Ähnlich kraftvoll
geht es auch mit "The Last Sun-
rise" weiter.
"Die Romantic" betont allgemein die sehr
melodischen Punkrock-
Einflüsse noch ein wenig mehr, natürlich
darf auch in diesem
Song das Wort "Nightmare" nicht fehlen.
Gegen Ende gibt's dann
auch mal ein bißchen Double-Bassdrum,
allerdings nur kurzzeitig.
Eine Emo-Nummer gibt es anschließend
mit "Genetic Design For
Dying", welch ein Titel und auch der Song
macht erstmal nicht
viel falsch.
Einen sehr ruhigen Anfang hat "Breathless",
dann geht es jedoch
wieder sehr rockig und vor allem melodisch
zur Sache, die Drums
machen schön Druck.
"Unbreakable (I.J.M.A.)" ist einer meiner
Favoriten auf der Platte
und das mag daran liegen dass der Song
so authentisch wirkt:
Das Lied hat Parts mit ordentlich Power
und dann wieder sehr
gefühlvolle Teile und ist einem Freund
der Band gewidmet, der
Selbstmord begangen hat.
Mit "It's cold tonight" folgt dann auch
schon ein weiterer Höhepunkt:
Modernster Punkrock der zum Kopfnicken
einlädt und schon beim
ersten Durchhöheren stellenweise
mitgeträllert werden kann, wo-
bei es sich eindeutig nicht um ein Sauf-Gröhl-Singalong-Nummer
handelt.
"Enjoy The View" schafft es dann wieder
diese Brücke zwischen
melodischem Punkrock und knalligem Post-Hardcore
zu schla-
gen.
Bei "Goodbye We're Falling" wird in der
Strophe ganz gut "ge-
hackt", bevor es im Refrain dann wieder
melodischen, modernen
Punkrock gibt.
"This City Is Far From Here" beginnt sehr
experimentell, schlägt
dann aber wieder auf die emotionale Punkrockschiene
ein, wobei
der Song etwas langsamer und hymnischer
zur Sache geht.
"See You In Hell" sorgt für einen
Abschied in gewohnten Stil der
Platte: Moderner Punkrock meets Post-Hardcore.
Sprach ich von Abschied? Ein Hidden-Track
mit komischem Ge-
laber zu Horroratmospäre gib es auch
noch...
Fazit:
Aiden setzen auf einen Mix aus
modernem, melodischem Punkrock
und Post-Hardcore, natürlich darf
bei einem Victory Release auch
eine Portion Emo nicht fehlen. Dazu servieren
die fünf Jungs, die
die Highschool noch nicht lange verlassen
haben, düstere Texte
aus denen das Wort "Nightmare" nicht wegzudenken
ist.
Die Platte gefällt mir eigentlich
ganz gut, lediglich an Abwechslung
und an dem gewissen Extra, dass einem
die Songs nicht mehr aus
dem Kopf gehen lässt, mangelt es
leider.
BB
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