Review: 10 Years – The Autumn Effect

10 Years – The Autumn Effect

Label: Universal
VÖ: 19.05.2006
Tracks: 13
Format: CD
Links: www.10yearsmusic.com, www.universalrecords.com
Schublade: Alternative / Rock

Auf dem Cover: Dunkler Wald, viel Schwarz, viel Braun, im Zentrum ein grüner
Kolibri. Titel der Platte: „The Autumn Effect“. Deutlich das Farbspiel, deutlich
zum Titel. 10 Years läuten den Herbst ein. Das kommt vielleicht ein wenig früh,
aber was soll man machen, wenn die Songs nichts mehr schreien als: „Herbst!“

Melancholisch, düster und energiegeladen geht es um Liebe, Leben und Tod. Die
Texte sind ausgefeilt. Die Sprache ist beeindruckend, so liebevoll wurde an den
einzelnen Versen Feinarbeit betrieben. Die sprachlichen Bilder sind ein unglaub-
licher Gewinn für die Songs. Manchmal ein wenig vertrackt, wird trotzdem immer
klar – sofern man nicht komplett auf Durchzug schaltet - worum es geht. Pointiert
gesagt: Emotexte mit einem guten Schuss religiöser Metaphorik. So heißt es bei-
spielsweise in „Through The Iris“: „Love’s not all lost / But it’s nailed to my cross /
And crucified all that I’ve held on / To be awaiting / Anticipating a touch such as
yours.“

Musikalisch haben 10 Years jedoch wenig mit dem zu tun, was man momentan
und in der Masse unter Emo versteht. Hier gibt es manchmal ruhigen, manchmal
energischen Alternative-Rock zu hören. Wenn die Band Nickelback hieße, wäre
es bestimmt ein einfaches den ein oder anderen Titel des Albums auf dem Sound-
track für den nächsten Spider Man Film unterzubringen. So klingt es zumindest...
Die Songs lassen sich mehr oder weniger alle in die gleiche Schublade stecken.
Musikalisch gibt es also keine Überraschungen, aber auch kein böses Erwachen.

Fazit:
Ist „The Autumn Effect“ der Inbegriff des homogenen Musikkunstwerks? Das wohl
nicht ganz, aber hier passt auf jeden Fall alles zusammen. Design, Sound und
Texte bilden eine kaum auseinander zu brechende Einheit. Dementsprechend soll-
te man auch mit der Platte umgehen und sie am besten ganz oder gar nicht hören.
Es zählt nicht der „Hit-Faktor“ sondern das Gesamtwerk – und das ist sehr gelung-
en.

    Alex

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